CardioSecur bietet zusätzliche Information in der Diagnose der koronaren Herzkrankheit!

Dr. Peter Kenedi

CardioSecur ist ein vektorderiviertes 12-Kanal EKG. Die klinischen Diagnosen stimmen in 95-98% der Fälle mit dem klassischen 12-Ableitungs EKG überein. In bestimmten Fällen, bei denen das klassische EKG versagt, kann das CardioSecur EKG mehr Informationen liefern bzw. eine Diagnose ermöglichen. CardioSecur kann 22 Ableitungen darstellen (zusätzliche rechtspräkordiale und links laterale) und die diagnostische Kraft, besonders bei einem Hinterwandinfarkt (z.B. strikt posteriorer Infarkt, rechtsventrikulärer Infarkt), verbessern. Die folgenden zwei Beispiele sollen dies erläutern.

 
1- Fall

Anamnese: Ein 76-jähriger Patient wird auf Grund von 48 Stunden bestehenden Brustschmerzen, die an Häufigkeit zunehmen, auf die Intensivstation einer Budapester Herzklinik aufgenommen. Vor 3 Jahren wurde eine hochsitzende RIVA-Stenose dilatiert und mit einem drugeluting Stent versorgt.

Diagnose: Verdacht auf Akutes Coronarsyndrom

Koronare Risikofaktoren: Hypertonie, Hypercholesterinaemie, Nikotinabusus.

Das klassische 12-Kanal-EKG ist bei der Aufnahme (Abb. 1) unauffällig und zeigt keine Infarktzeichen.

Abb. 1: Klassisches 12-Kanal EKG – kein pathologischer Befund.

Das CardioSecur EKG (Abb. 2), wurde gleichzeitig angefertigt und zeigt eine 0,1 mV horizontale ST-Senkung in Abl. V3-5, im Sinne einer Ischämie-Reaktion.

Abb. 2: CardioSecur EKG – Ischämie-Zeichen in V3-5.

Troponin-Test: positiv

Diagnose: NSTEMI

Die Koronarangiographie (Abb. 3) am nächsten Tag zeigt einen offenen Stent in der RIVA und eine hochgradige Stenose des Ramus circumflexus. Die Stenose wird auch mit einem DES versorgt.

Abb.3: Koronarangiographie – hochgradige Stenose des Ramus circumflexus.

Es ist bekannt, dass das erste EKG bei einem frischen Infarkt in 50% der Fälle unauffällig sein kann. In diesem Fall hat das CardioSecur EKG die Diagnose ermöglicht. Im Herzkater nachgewiesene Rcx-Stenose wurde dilatiert und mit einem Stent versorgt.

 
2- Fall

Anamnese: Der 58-jährige Patient stellte sich in der Praxis vor: seit ein paar Tagen, muss er beim schnellen Gehen stehen bleiben auf Grund retrosternalen Schmerzen, die 5-10 Minuten andauern und in den Unterkiefer ausstrahlen.

Koronare Risikofaktoren: der Vater ist mit 69 Jahren am Herzinfarkt gestorben. Hypercholesterinaemie (Cholesterin 260 mg/dl, LDL184 mg/dl), keine Hypertonie, Nichtraucher.

Troponin-Test: negativ

 

Das Klassisches 12-Kanal EKG (Abb.1) zeigt einen Sinusrhythmus, Frequenz 52/min. Linkstyp. In Ableitung III rS, in Ableitung aVF rs Komplex. T3 negativ,T in aVF positiv.

Abb. 1: Klassisches 12-Kanal EKG – Kein sicherer Anhalt für einen abgelaufenen Infarkt.

Das CardioSecur EKG (Abb.2) zeigt einen Sinusrhythmus, Frequenz 49/min. Linkstyp. In Ableitung II q, in Ableitung III QrS Komplex, in Ableitung aVF qrS Komplex.

Abb. 2: CardioSecur EKG – zeigt eine alte Hinterwandinfarktnarbe.

Befund: Alter inferiorer Hinterwandinfarkt.

Die Koronarangiographie (Abb.3) zeigt eine schwere Koronare 3-Gefäßkrankheit. Intermediäre Hauptstammstenose. RIA: Proxymale und distale Stenosen. RCX: keine Stenose, schmalkalibrig. RCA: hochgradige Tandem-Stenose

Abb. 3: Koronarangiographie – Schwere Koronare 3-Gefäßkrankheit.

Das Cardio-MRT (Abb. 4) zeigt eine in zwei Ebenen eine Fibrose, entsprechend einem abgelaufenen Hinterwandinfarkt.

Abb. 4: Cardio-MRT – inferiore Fibrose.

Der zweite Fall zeigt eine schwere koronare 3-Gefäßkrankheit. In den klassischen 12-Ableitungen ist in Abl. III lediglich ein rS-Komplex zu sehen (kein sicherer Hinweis für einen Hinterwandinfarkt).

Dem gegenüber steht das CardioSecur EKG, in diesem die Ableitungen Q III, Q aVF und die R-Reduktion eindeutig auf einen abgelaufenen Hinterwandinfarkt hindeuten. Die MRT-Untersuchung bestätigt die Diagnose.

Beide Beispiele zeigen, dass CardioSecur sowohl in der Erkennung der ST-Veränderungen bei einem frischen Infarkt, als auch im Nachweis von abgelaufenen Infarkten eine hohe Sensitivität aufweist.