Forschung & Literatur

CardioSecur Forschung

Im Rahmen unseres “CardioSecur Trials” Programms beteiligen wir uns an klinischen Studien, die von Forschern initiiert werden (Investigator-initiated trials, IIT). Entsprechende Ergebnisse sind nachfolgend aufgeführt. Weitere Informationen zu diesem Programm finden Sie auf unserer Seite über klinische Studien.

  • CardioSecur bietet einen Mehrwert bei der Behandlung von Patienten mit Herzerkrankungen1.
  • Im Vergleich zeigt CardioSecur bei Vorhanden- oder Nichtvorhandensein einer Ischämie >99 % Übereinstimmung mit einem herkömmlichen EKG (0 falsch-negative Ergebnisse, 1 falsch-positives Ergebnis)2.
  • Im Vergleich mit einem herkömmlichen EKG zeigte CardioSecur eine 100%ige Übereinstimmung bezüglich der Lokalisation einer Myokardischämie2.
  • Die gelieferten klinischen Informationen sowie die Diagnosemöglichkeiten von CardioSecur sind mit denen des EASI EKG-Geräts Philips M2601B identisch3.

Ergänzende Literatur


Die CardioSecur Technologie

Das 12-Kanal-Elektrokardiogramm (EKG) stellt den aktuellen Goldstandard bei der Erkennung einer Myokardischämie dar. Üblicherweise wird es mit 10 Elektroden aufgezeichnet. Das Ableitsystem EASI, welches von Dower in den 1980er Jahren beschrieben wurde, ist eine Alternative zu dieser Methode. Es verwendet Vektor-Elektrokardiographie und nur fünf Elektroden (vier zur Aufzeichnung und eine zur Erdung), um 12 Ableitungen zu erhalten 4,5,6. Die Übereinstimmung zwischen dem 12-Kanal-EKG nach EASI und dem klassischen 12-Kanal-EKG wurde in vielen bestätigten Studien nachgewiesen7-17.

Die CardioSecur-Technologie basiert auf dem EASI-Standard, wobei zusätzlich noch die Erdungselektrode entfernt wurde. Dies erlaubt die Aufzeichnung eines abgeleiteten 12-Kanal-EKGs mit nur 4 Elektroden. Die Übereinstimmung der geänderten Einstellung von CardioSecur ist klinisch nachgewiesen und veröffentlicht worden2,3.

  • 12-Kanal-EKGs nach EASI und klassische 12-Kanal-EKGs sind bezüglich kardiologischer Diagnosen vergleichbar8,12,14.
  • Abgeleitete EKGs sind weniger anfällig für Lageveränderungen des QRS-Komplexes als herkömmliche EKGs13.
  • Bei der Erkennung einer Ischämie ist ein 12-Kanal-EKG nach dem EASI-Ableitsystem mit einem herkömmlichen 12-Kanal-EKG vergleichbar9, 10, 15, 16.
  • Eine ST-Senkung, die anhand eines EKGs nach dem EASI-Ableitsystem erkannt wird, ist vergleichbar mit einer, die anhand eines herkömmlichen EKGs erkannt wird. Die Sensibilität und Spezifität bei der Erkennung einer Myokardischämie ist dabei mindestens genauso hoch wie bei einem herkömmlichen EKG17.
  • EASI ähnelt einem Mason-Likar-EKG, was die Anfälligkeit für Schwankungen der Nulllinie betrifft, und ist weniger anfällig für myoelektrische Störungen11.

Weitere, detaillierte Informationen und Quellen zu dieser Technologie finden Sie in unserer Studiensammlung.

Der Nutzen zusätzlicher Ableitungen

Im Falle eines vermuteten Herzinfarktes, bei dem das EKG nicht aussagekräftig ist, empfehlen Schlüsselrichtlinien von kardiologischen Fachgesellschaften in Europa eine EKG-Aufzeichnung mittels zusätzlicher Ableitungen (V7-V9, VR3-VR4) 18,19. CardioSecur ist das einzige mobile EKG-Gerät, das diese Richtlinien in die Praxis umsetzt, ohne dass Elektroden neu angebracht werden müssen. Ein solches Anbringen kann durch zeitliche Faktoren, fehlende Ressourcen oder patientenspezifische Umstände erschwert werden. Das Einbringen zusätzlicher Ableitungen kann die Diagnose und Behandlung deutlich verbessern.

  • Bei Patienten, deren Symptome auf einen Herzinfarkt hindeuten, kann durch die Verwendung von posterioren Ableitungen eine höhere Anzahl von Hinterwandinfarkten aufgedeckt werden. Diese Patienten profitieren dann von einer frühzeitigen Reperfusionstherapie20.
  • Posteriore Brustwandableitungen sollten routinemäßig bei Patienten mit Verdacht auf Myokardinfarkt zum Einsatz kommen, wenn ein nicht aussagekräftiges Routine-EKG vorliegt21.
  • Eine isolierte ST-Hebung in den Ableitungen V7 bis V9 bedeutet, dass beim Patienten ein akuter Hinterwandinfarkt vorliegt. Eine frühzeitige Erkennung solcher Patienten ist wichtig für eine adäquate Triage und Behandlung von Patienten mit ischämischen Brustschmerzen, deren klassisches 12-Kanal-EKG keine ST-Veränderungen aufweist 22.
  • Durch die Verwendung eines 22-Kanal-EKGs ist es potentiell möglich, unnötige Einweisungen zwecks Ausschluss eines Herzinfarkts erheblich zu reduzieren23.
Behandlungsverzögerung & die Bedeutung frühzeitiger Behandlung

“Zeit ist Muskel”. CardioSecur Active wurde entwickelt, um privaten Anwendern zu helfen, ihre Herzgesundheit selbst zu überwachen. Auf diese Weise kann eine Behandlung früher begonnen und Herzmuskulatur gerettet werden. Mit CardioSecur Pro hat der Patient die Möglichkeit eines umfangreicheren EKGs, welches eine schnellere Diagnose erlaubt.

  • Bei nur 11 % der Patienten mit einem Herzinfarkt erfolgt ein Eingriff innerhalb der ersten, “goldenen Stunde“ 24, nearly 90% are too late.
  • Die Energiereserven des Herzmuskels reichen normalerweise nur 20-60 Minuten, bevor im Muskelgewebe Nekrose einsetzt22.
  • Pro 30 Minuten, die vergehen, bis bei einem Patienten eine ST-Hebung erkannt und behandelt wird, nimmt die Sterblichkeitsrate um 7,5 % zu25.
  • Mehr als 90 % der Patienten wissen, dass ein Herzinfarkt tödlich enden kann; dennoch forderten 43 % der Patienten, die einen Herzinfarkt vermuteten, zu spät Hilfe an (>1 Stunde später) 26.
  • Die Überlebensrate bei einem Herzinfarkt ist höher, wenn die Behandlung innerhalb einer Stunde beginnt; die meisten Patienten werden jedoch 2,5 bis 3 Stunden nach Beginn der Symptome ins Krankenhaus eingeliefert27.
Die Auswirkungen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKL-Erkrankungen)

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeichnen für mehr als die Hälfte der Todesfälle innerhalb der europäischen Region verantwortlich29,  und die koronare Herzkrankheit (KHK) ist weltweit die häufigste Todesursache29.

  • Pro Minute stirbt etwa ein Amerikaner an einem koronaren Ereignis30.
  • KHK wird bei 62 % der Männer und 45 % der Frauen erst durch einen Herzinfarkt erkannt24
  • KHK ist die weltweit häufigste Todesursache (12,8 % der Todesfälle, jährlich >7 Millionen Menschen)28
  • Das Lebenszeitrisiko, nach dem 40. Lebensjahr eine koronare Herzkrankheit zu entwickeln, liegt für Männer bei 49 % und für Frauen bei 32 %25.
Quellen

1 Van Langehove G and Schwagten B. The Revealing timely ECG changes Decreases the likelihood of Undesirable Cardiac Events-Trial (REDUCE-Trial). Poster presented at ESC Congress 2014: Barcelona.

2 Bonaventura K, Wellnhofer E, and Fleck E. Comparison of standard and derived 12-lead electrocardiograms registrated by a simplified 3-lead setting with four electrodes for diagnosis of coronary angioplasty-induced myocardial ischemia. European Cardiology, 2012 Jul; 8(3): 179.

3 Triebl D, Kenedi P, Preda I, et al. Comparative study of the CardioSecur pro ECG system with the EASI Philips M2601B. Personal MedSystems Frankfurt, Central Hospital of the Hungarian Defence Forces Budapest. Abstract presented eCardiology Congress 2016: Berlin.

4Dower, GE. The ECGD: a derivation of the ECG from VCG leads. Journal of Electrocardiology, 1984. 17(2):189-91.

5Dower, GE, Machado HB and Osborne JA. On deriving the electrocardiogram from vectorcadiographic leads. Clinical Cardiology, 1980. 3(2):87-95.

6Dower, GE, Zakush A, Nazzal SB, et al. Deriving the 12-lead electrocardiogram from four (EASI) electrodes. Journal of Electrocardiology, 1988. 21 Suppl:182-7.

7Horacek, BM, Warren JW, Stovicek P and Feldman CL. Diagnostic accuracy of derived compared to standard 12-lead electrocardiograms. Journal of Electrocardiology, 2000. 33 Suppl:155-60.

8Drew, BJ, Pelter MM, Wung SF, et al. Accuracy of the EASI 12-lead electrocardiogram compared to the standard 12-lead electrocardiogram for diagnosing multiple cardiac abnormalities. Journal of Electrocardiology, 1999. 32:38-47.

9Drew, BJ, Adams MG, Pelter MM, Wung SF, and Caldwell MA. Comparison of standard and derived 12-lead electrocardiograms for diagnosis of coronary angioplasty-induced myocardial ischemia. American Journal of Cardiology, 1997. 79(5):639-44.

10Rautaharju, PM, Zhous SH, Hancock EW, et al. Comparability of 12-lead ECGs derived from EASI leads with standard 12-lead ECGs in the classification of acute myocardial ischemia and old myocardial infarction. Journal of Electrocardiology, 2002. 35 Suppl:35-9.

11Welinder A, Sörnmo L, Field DQ, et al. Comparison of signal quality between EASI and Mason-Likar 12-lead electrocardiograms during physical activity. American Journal of Critical Care, 2004. 13(3):228-234.

12Drew BJ, Scheinman MM, and Evans GT, Jr. Comparison of a vectorcardiographically derived 12-lead electrocardiogram with the conventional electrocardiogram during wide QRS complex tachycardia, and its potential application for continuous bedside monitoring. American Journal of Cardiology, 1992. 69(6):612-8.

13Adams, MG. and Drew BJ. Body position effects on the ECG: implication for ischemia monitoring. Journal of Electrocardiology, 1997. 30(4):285-91.

14Drew, BJ, Pelter MM, Brodnick DE, et al. Comparison of a new reduced lead set ECG with the standard ECG for diagnosing cardiac arrhythmias and myocardial ischemia. Journal of Electrocardiology, 2002. 35 Suppl:13-21.

15Wehr G, Peters RJ, Khalife K, et al. A vector-based, 5-electrode, 12-lead monitoring ECG (EASI) is equivalent to conventional 12-lead ECG for diagnosis of acute coronary syndromes. J Electrocardiology, 2006 Jan;39(1):22-8.

16Sejersten M, Wagner GS, Pahlm O, et al. Detection of acute ischemia from the EASI-derived 12-lead electrocardiogram and from the 12-lead electrocardiogram acquired in clinical practice. J Electrocardiology, 2007 Apr;40(2):120-6.

17Feldman CL, MacCallum G, and Hartley LH. Comparison of the standard ECG with the EASIcardiogram for ischemia detection during exercise monitoring. Computers in Cardiology, 1997. Lund pp. 343-345.

18Ibanez B, James S, Agewall S, et al. 2017 ESC Guidelines for the management of acute myocardial infarction in patients presenting with ST-segment elevation: The Task Force for the management of acute myocardial infarction in patients presenting with ST-segment elevation of the European Society of Cardiology (ESC), European Heart Journal, Volume 39, Issue 2, 7 January 2018, Pages 119-177, https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehx393.

19Roffi M, Patrono C, Collet J, et al. 2015 ESC Guidelines for the management of acute coronary syndromes in patients presenting without persistent ST-segment elevation: Task Force for the Management of Acute Coronary Syndromes in Patients Presenting without Persistent ST-Segment Elevation of the European Society of Cardiology (ESC), European Heart Journal, Volume 37, Issue 3, 14 January 2016, Pages 267–315, https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehv320.

20Van Gorselen EOF, Verheugt FWA, Meursing BTJ, and Ophuis AJM. Posterior Myocardial Infarction: the dark side of the moon. Neth Heart Journal, 2007 Jan;15(1):16-21.

21Agarwal JB, Khaw K, Aurignac F, and LoCurto A. Importance of posterior chest leads in patients with suspected myocardial infarction, but nondiagnostic, routine 12-lead electrocardiogram. American Journal of Cardiology, 1999 Feb;83(3):323-6.

22Matezky S, Freinmark D, Feinberg MS, et al. Acute myocardial infarction with isolated ST-segment elevation in posterior chest leads V7-9: „hidden“ ST-segment elevations revealing acute posterior infarction. Journal of the American College of Cardiology, 1999 Sep;34(3):748-53.

23Justis DL and Hession WT. Accuracy of 22-lead ECG Analysis for diagnosis of acute myocardial infarction and coronary artery disease in the emergency department: a comparison with 12-lead ECG. Annals of Emergency Medicine, 1992 Jan;21(1):1-9.

24Schneider H, Weber F, and Nienaber C. Die Therapie des Herzinfarkts. Published in Herzinfarkt: Unvermeidbares Schicksal? Nov 2005. Deutsche Herzstiftung e.V.

25De Luca G, Suryapranata H, Ottervanger JP, and Antman EM. Time delay to treatment and mortality in primary angioplasty for acute myocardial infarction: every minute of delay counts. Circulation, 2004 Mar 16;109(10):1223-5.

26Becker HJ. Herzinfarkt: ein Wettlauf mit der Zeit. Published in Herzinfarkt: Unvermeidbares Schicksal? Nov 2005. Deutsche Herzstiftung e.V.

27 Dracup K, et al. Acute coronary syndrome: what do patients know? Arch Intern Med. 2008;168:1049–1054.

28WHO Data and Statistics, accessed 12.01.2018 from: http://www.euro.who.int/en/health-topics/noncommunicable-diseases/cardiovascular-diseases/data-and-statistics.

29WHO Fact Sheet, updated June 2011. http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs310/en/index.html.

30Veronique LR, Go AS, Lloyd-Jones DM, et al. Heart Disease and Stroke Statistics- 2011 Update. A Report from the American Heart Association. Circulation, 2011 Feb 1;123(4): 318-e209. Accessed from http://circ.ahajournals.org/content/123/4/e18.long.

31Lloyd-Jones DM, Nam BH, D’Agonistino RB, et al. Parental Cardiovascular disease as a risk factor for cardiovascular disease in middle-aged adults: a prospective study of parents and offspring. JAMA, 2004. 291:2204-2211.

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